Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) in der Perimenopause: Wieder zu mehr Wohlbefinden finden

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Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) treten in der Perimenopause häufig auf und sind meist auf den Östrogenabfall zurückzuführen, der das Gewebe im Genitalbereich schwächt. Sie sind weder unvermeidlich noch „nur Einbildung“. Schmerzen sind jedoch auch ein Signal, das es zu untersuchen gilt: Je nach Fall handelt es sich um ein Komfortproblem, das man selbst verbessern kann, oder um eine Ursache, die von einer Fachkraft abgeklärt werden sollte. Dieser Artikel unterscheidet klar zwischen beiden Fällen.

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Wovon spricht man, wenn man von „Schmerzen beim Sex“ spricht?

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, medizinisch als Dyspareunie bezeichnet, umfassen alle Schmerzen, Brennen, Ziehen oder Reizungen, die vor, während oder nach dem Geschlechtsverkehr oder bei genitaler Stimulation auftreten.

In der Perimenopause sind sie oft Teil eines umfassenderen Krankheitsbildes, des urogenitalen Menopausensyndroms (SGUM), das die durch den Hormonmangel bedingten Veränderungen der Vagina, der Vulva und der Blase umfasst. Die Schmerzen können oberflächlich sein (am Scheideneingang, oft verbunden mit einer Empfindlichkeit der Schleimhaut oder einer Muskelverspannung) oder tief sitzend (im hinteren Scheidenbereich oder im Unterbauch bei tiefem Pressen).

Diese Schmerzen sind auf konkrete biologische Veränderungen zurückzuführen, die – werden sie nicht behandelt – einen Teufelskreis in Gang setzen: Schmerz → Angst → verminderte Erregung → verstärkte Trockenheit → stärkere Schmerzen.

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💡 Hinweis: Warum sind die Schmerzen manchmal stärker, wenn man mehrere Monate lang keinen Geschlechtsverkehr hatte?

Ein längerer Verzicht auf genitale Stimulation kann bei manchen Frauen zu einer allmählichen Abnahme der Durchblutung und der Geschmeidigkeit des Gewebes führen. Die Wiederaufnahme des Geschlechtsverkehrs kann dann unangenehm sein. Eine schrittweise Wiederaufnahme, gegebenenfalls in Verbindung mit einem Gleitmittel oder einem Feuchtigkeitsspender für die Scheide, führt oft zu einer Verbesserung der Situation.

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Warum treten in der Perimenopause Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf?

Die Perimenopause ist durch Schwankungen und schließlich einen Rückgang des Östrogenspiegels gekennzeichnet, der für die reproduktive Gesundheit von entscheidender Bedeutung ist. Diese Veränderungen hängen jedoch nicht ausschließlich mit den Östrogenen zusammen: Der allmähliche Rückgang der Androgene (insbesondere des Testosterons) sowie der Verlust von Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure, die natürlicherweise im Gewebe vorkommen, tragen ebenfalls dazu bei, dass das Gewebe an Elastizität, Feuchtigkeitsgehalt und Regenerationsfähigkeit verliert.

So können Sie Schmerzen haben, auch wenn keine sichtbare Trockenheit vorliegt. Die Schmerzen können durch einen tiefgreifenden Elastizitätsverlust, eine verminderte Durchblutung des Gewebes oder eine reflexartige Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur verursacht werden.

Schauen wir uns gemeinsam die Hauptursachen für diese Schmerzen an:

  • ‍Trophische Veränderung des vulvovaginalen Gewebes (SGUM)

Die Scheidenwände werden dünner, verlieren an Elastizität, werden empfindlicher und lassen sich ohne Mikrorisse weniger gut dehnen.

  • ‍ Verminderte Schmierung

Die Schleimproduktion nimmt ab und setzt bei sexueller Erregung langsamer ein; die Reibung wirkt dann reizend.

  • ‍Veränderung des pH-Werts und der Mikrobiota

Der schützende Säuregehalt nimmt ab, und der Rückgang der Laktobazillen führt zu einem Anstieg des pH-Werts, was Reizungen, bakterielle Vaginosen, Pilzinfektionen oder bestimmte wiederkehrende Harnwegsinfektionen begünstigt.

  • ‍Verminderte Durchblutung

Eine verminderte Durchblutung des Beckenbereichs führt zu einer verminderten Empfindlichkeit und Reaktionsfähigkeit des Gewebes.‍

  • ‍Auswirkungen auf die Muskulatur

Als Schutzreaktion können sich die Beckenbodenmuskeln chronisch verkrampfen (Hypertonie), was den Geschlechtsverkehr erschwert. Eine Untersuchung durch eine*r spezialisierte*r Physiotherapeut*in kann diese Muskelhypertonie aufdecken. Ihr*e Gesundheitsfachkraft kann Ihnen dann eine geeignete Behandlung vorschlagen.

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💡 Hinweis: Sind Schmerzen beim Geschlechtsverkehr immer auf die Perimenopause oder die Menopause zurückzuführen?

Nein, und das ist wichtig: Es gibt noch andere Ursachen (Infektionen, Erkrankungen der Vulva, tiefsitzende Schmerzen gynäkologischen Ursprungs …). Bei neu auftretenden, starken oder anhaltenden Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache zu ermitteln, anstatt davon auszugehen, dass sie ausschließlich auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen sind.

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Was Sie umsetzen können

Der Ansatz verbindet sofortigen Komfort, Gewebepflege und Beckenbodentraining. Wichtig: Lokale Hormonbehandlungen, die bei SGUM sehr wirksam sind, sind verschreibungspflichtig und werden weiter unten im Abschnitt „Wann sollte man mit einer Fachkraft darüber sprechen?“ behandelt.

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Wo soll man anfangen: So verbessern Sie Ihren unmittelbaren Komfort

  • Gleitmittel (auf Wasser- oder Silikonbasis): Diese sollten beim Geschlechtsverkehr stets verwendet werden, um den Mangel an körpereigenen Sekreten auszugleichen. Gleitmittel auf Silikonbasis bieten in der Regel eine länger anhaltende Gleitwirkung, insbesondere bei starker Trockenheit, während solche auf Wasserbasis oft besser vertragen werden, jedoch häufiger nachgetragen werden müssen. Gleitmittel auf Silikonbasis sind jedoch nicht mit bestimmten Sexspielzeugen aus Silikon kompatibel. Vermeiden Sie Kokosöl in Verbindung mit Latexkondomen (da es diese spröde macht) sowie bei wiederkehrenden Pilzinfektionen.
  • Vaginale Feuchtigkeitscremes (ohne Hormone): Im Gegensatz zu Gleitmitteln werden sie regelmäßig (2- bis 3-mal pro Woche) außerhalb des Geschlechtsverkehrs angewendet, um die Geschmeidigkeit des Gewebes langfristig wiederherzustellen.
  • Das Vorspiel verlängern: Der Körper braucht mehr Zeit, um die für ein angenehmes Erlebnis notwendige Durchblutung in Gang zu setzen. Legen Sie Wert auf Zärtlichkeiten und Erregung ohne Penetration.
  • Sanfte Intimhygiene: Vermeiden Sie aggressive Seifen; verwenden Sie vorzugsweise nur Wasser oder ein Syndet mit physiologischem pH-Wert, um die empfindliche Schleimhaut nicht zu reizen.
  • Gele auf Hyaluronsäurebasis: Sie können die Feuchtigkeitsversorgung der Schleimhäute verbessern und bei manchen Frauen zusätzlich zu anderen Maßnahmen Linderung verschaffen.

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Den Beckenboden trainieren

  • Beckenbodentraining: unter Anleitung einer spezialisierten Physiotherapeutin oder einer Hebamme, um zu lernen, die Beckenbodenmuskulatur zu entspannen, die aus Angst vor Schmerzen oft zu stark angespannt ist. Ein zentraler Ansatzpunkt, wenn die muskuläre Komponente (Hypertonie) überwiegt.
  • Vaginaldilatatoren: Bei schrittweiser und sanfter Anwendung tragen sie dazu bei, die Elastizität wiederherzustellen und den Bereich bei Verspannungen zu desensibilisieren. Idealerweise sollte die Anwendung von einer*m spezialisierten Physiotherapeuten, einer Hebamme oder einem*r Sexualtherapeuten begleitet werden, um das Tempo anzupassen und Ängste abzubauen.
  • Regelmäßige Stimulation der Genitalien (mit oder ohne Penetration): Eine regelmäßige Stimulation fördert die Durchblutung des Gewebes, trägt dazu bei, dessen Elastizität zu erhalten, und trägt zur Aufrechterhaltung des intimen Wohlbefindens bei. Eine Penetration ist für diesen Effekt nicht unbedingt erforderlich.

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Eine psychosexuelle Begleitung einrichten

  • Sexologische kognitive Verhaltenstherapie (KVT): um die Angst vor dem zu erwartenden Schmerz abzubauen und neue Orientierungspunkte in der Intimität zu erkunden.
  • Entspannung des Beckenbodens: Herzkohärenz, Atmung, Entspannung: Nervöse Anspannung wirkt sich direkt auf den Damm aus, der sich verkrampft. Eine gezielte Entspannung hilft bei der muskulären Komponente des Schmerzes.

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Mikronährstoffe und sexuelle Schmerzen in der Perimenopause

Eine Ernährung, die reich an hochwertigen Proteinen, Omega-3-Fettsäuren sowie den Vitaminen A, C und E und Zink ist, trägt zur normalen Erhaltung des Gewebes und der Schleimhäute bei. Auch wenn kein Lebensmittel Dyspareunie direkt behandelt, trägt ein optimaler Ernährungszustand zur Qualität des Gewebes, zu dessen Regeneration und zu seiner langfristigen Widerstandsfähigkeit bei.

Generell kann die Ernährung ein wichtiger Verbündeter bei der Bewältigung der Symptome der Perimenopause sein.

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Mit Ainoha noch einen Schritt weiter gehen

  • Mit dem „Périscore“ nachverfolgen und objektivieren: Das Notieren der Häufigkeit, der Intensität und des Kontextes der Schmerzen hilft dabei, die Wirkung der ergriffenen Maßnahmen zu messen und einen Arzttermin vorzubereiten.
  • Orientierung mit Ainoha Pro: Wenn die Schmerzen anhalten oder Anlass zur Sorge geben, vermittelt die App einen Gynäkologen, eine Hebamme oder einen spezialisierten Physiotherapeuten aus dem Netzwerk.

💡 Bitte beachten Sie: „Natürlich“ bedeutet nicht „ohne Vorsichtsmaßnahmen“. Bevor Sie eine Pflanze, ein ätherisches Öl oder ein Nahrungsergänzungsmittel regelmäßig einnehmen, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat fragen, insbesondere wenn Sie Medikamente einnehmen, schwanger sind oder stillen oder an einer bekannten Erkrankung leiden.

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Wann sollte man mit einer Fachkraft darüber sprechen?

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr rechtfertigen umso mehr einen Arztbesuch, als sie ein echtes Warnsignal darstellen. Suchen Sie einen Arzt, eine Ärztin, einen Gynäkologen oder eine Hebamme auf, wenn:

  • Die Schmerzen halten trotz hochwertiger Gleitmittel und Feuchtigkeitscremes für die Scheide an.
  • Sie stellen nach dem Geschlechtsverkehr Blutungen fest.
  • Die Schmerzen gehen mit ungewöhnlichem oder übelriechendem Ausfluss oder einem Brennen beim Wasserlassen einher.
  • Der Schmerz ist neu, stark oder tief sitzend.
  • Das Vermeiden von Geschlechtsverkehr führt zu persönlichem Leid oder zu Spannungen in der Partnerschaft.

Eine Untersuchung ermöglicht es, andere Ursachen als das SGUM (Infektion, Erkrankung der Vulva, Vestibulodynie, vulväre Dermatosen, Endometriose, Erkrankungen des Beckens, Muskelschmerzen oder andere Ursachen für tiefe Schmerzen) auszuschließen und je nach Ihrer Situation die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.

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Mögliche Behandlungsmethoden

  • Lokale Hormonbehandlungen: Vaginale Östrogene (Vaginalzäpfchen, Vaginaltabletten, Cremes oder Ringe, je nach Land und verfügbaren Präparaten) stellen die Standardtherapie bei SGUM dar. Sie wirken hauptsächlich lokal, werden nur in sehr geringem Maße systemisch resorbiert und verbessern wirksam die Gewebequalität, die Lubrikation sowie die mit dem Geschlechtsverkehr verbundenen Schmerzen.
  • Prasteron (intravaginales DHEA): Kann bei bestimmten Frauen ebenfalls verschrieben werden. Es wirkt lokal, nachdem es im Zellinneren in Sexualhormone umgewandelt wurde, und verbessert die Gewebequalität sowie bestimmte Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
  • Nicht-hormonelle Optionen: Je nach klinischem Kontext und den im jeweiligen Land verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten können bestimmte Alternativen mit dem Arzt besprochen werden. So kann beispielsweise Ospemifen, ein selektiver Östrogenrezeptormodulator (SERM), bei bestimmten Frauen mit einer durch SGUM bedingten Dyspareunie angezeigt sein.
  • Gesamt-THM: Es hilft, kann bei schwerer SGUM jedoch unzureichend sein und wird daher oft mit einer lokalen Behandlung kombiniert.

Die Wahl der Behandlung hängt von Ihren Symptomen, Ihrer Krankengeschichte, Ihren Risikofaktoren und Ihren Präferenzen ab. Diese Behandlungen erfordern eine ärztliche Abklärung, um die für Ihre Situation am besten geeignete Strategie zu wählen.

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Das Wichtigste auf einen Blick

Sexuelle Beschwerden in der Perimenopause treten häufig auf, sollten jedoch niemals als unvermeidbar angesehen werden. Sie sind auf hormonelle, gewebliche, muskuläre und manchmal auch psychologische Veränderungen zurückzuführen, die miteinander in Zusammenhang stehen können. Eine frühzeitige Behandlung, die lokale Maßnahmen, Beckenbodentraining, eine Optimierung des Lebensstils und, sofern angezeigt, medizinische Behandlungen kombiniert, ermöglicht eine deutliche Verbesserung des intimen Wohlbefindens und der Lebensqualität.

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FAQ

- Verschwinden die Schmerzen nach den Wechseljahren von selbst?

Nein. Im Gegensatz zu Hitzewallungen verschlimmern sich die Symptome des urogenitalen Menopausensyndroms (UMS) in der Regel allmählich, wenn sie nicht behandelt werden. Eine frühzeitige Behandlung wird empfohlen.

‍- Welche Symptome treten häufig im Zusammenhang mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr in der Perimenopause auf?

  • Vaginale Trockenheit: Hauptursache für Reibungsschmerzen.
  • Intime Beschwerden: Reizungen, Brennen oder Kribbeln außerhalb des Geschlechtsverkehrs.
  • Verminderte Libido: oft als Folge der Erwartung von Schmerzen.
  • Häufiger Harndrang oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen: Die SGUM betrifft auch die Blase.

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